Samstag, 8. Januar 2011

Erstmal ankommen...

Nach einer zweistündigen Autofahrt kamen wir endlich mit unserem Schützling Zuhause an. Das erste Kennen lernen mit unserer Maggi im Garten verlief eher reserviert. Maggi war 'not amused' über die 'Neue' und hatte auch so gar keine Lust sie an die Pfote zu nehmen. Das was bisher immer so gut geklappt hatte, schien bei Cherry erstmal ganz anders zu werden.

Maggi konnte ganz offensichtlich nicht mit Cherrys Änglichkeit und Unsicherheit umgehen. Es verunsicherte sie scheinbar selbst. In den folgenden Monaten stellten wir dieses Verhalten immer wieder auch bei anderen Hunden fest, denen wir zum ersten Mal mit Cherry begegneten.


Erstes Kennen lernen mit Maggi im Garten
Sogar an den Hüftknochen waren Liegeschwielen

Im Garten ließen wir Cherry erstmal mit der langen Schleppleine laufen. Unser Garten ist ausbruchssicher eingezäunt. Nichtsdestotrotz war mir nicht ganz wohl dabei, sie direkt so im Garten herumlaufen zu lassen. Außerdem wäre ein Herankommen an sie ohne Leine nicht mehr möglich gewesen. Cherry rannte die ganze Zeit unruhig im Garten herum, schnüffelte zwar ein wenig, aber beruhigen konnte sie sich so gar nicht. Vor uns Menschen hatte sie unglaubliche Angst. Sowie wir einen Schritt in ihre Richtung machten, ergriff sie die Flucht. Sprang in die 10-Meter Leine und riss uns dabei fast mit sich. Auch an Pipi war in den ersten Stunden nicht zu denken. 

'Alles scheiße hier'

Cherrys Verhalten zeigte uns ganz deutlich, dass sie mit dem Ortswechsel erstmal nicht zurecht kommen würde und uns war klar, dass wir sehr viel Geduld und Ruhe in die ganze Sache bringen mussten. Wir bemühten uns gerade in den ersten Stunden Cherry nur anhand unserer Körpersprache klar zu machen, dass wir keine Gefahr für sie sein würden. Aber sie verstand es nicht. Zum einen wohl, weil sie bisher mit Menschen nur negative Erfahrungen gemacht hatte und zum anderen, weil sie wohl einfach auch viel zu aufgeregt war, um Neues aufnehmen zu können.

Außerdem zeigte Cherry in der Anfangszeit nur sehr wenige Beschwichtigungssignale.
Kein Gähnen, kein Züngeln, kein Blinzeln, auch keine kleinsten Abstufungen davon. Anfangs verunsicherte mich das sehr. Ich suchte nach anderen Signalen bei ihr. Jeder Hund ist ja anders und jede Rasse hat bekanntlich ihre eigene Sprache. Vielleicht hatte Cherry auch eine eigene?

Schnüffeln, sich abwenden, wegdrehen und sich ducken bzw. sich bewegungslos auf den Boden fallen lassen waren die einzigen Beschwichtigungen die sie uns zeigte.

Vielleicht auch, weil sie alles andere verlernt hatte oder in großen Stresssituationen sich nur noch auf das wesentliche, überlebenswichtige, konzentrieren konnte. Für uns Menschen auf jeden Fall die deutlichsten Signale.

(c) Hilke-Inse Heldt

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen